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Hamm/ Bad Oeynhausen (AM). Eine Punktlandung bei der Zeit- und Kostenplanung ist beim neuen Wohnhaus der Diakonischen Stiftung Wittekindshof in der Sulkshege in Hamm-Heessen gelungen. Nach 14-monatiger Bauzeit konnte der Neubau für 24 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung Anfang der Woche aus den Händen der Zamel Krug Architekten aus Hagen und der Handwerker an das Wittekindshofer Mitarbeiterteam übergeben werden. Neben einigen Restarbeiten im Haus müssen aufgrund der großen Hitze in den letzten Wochen der Rasen noch einmal gesät und die zunächst zurückgestellten Pflanzarbeiten nachgeholt werden. Die ersten Kinder werden am 16. August 2010 einziehen. Die offizielle Einweihungsfeier ist für den 20. September geplant. Pünktlich zur Fertigstellung liegt auch der endgültige Zuwendungsbescheid der Aktion Mensch vor, die den Neubau mit 250.000 Euro fördert. Die rund 2,2 Millionen Bau- und Ausstattungskosten werden ansonsten durch Fördermittel, Zinszuschüsse oder zinsgünstige Darlehen der Stiftung Wohlfahrtspflege, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe sowie Eigenmitteln der Diakonischen Stiftung Wittekindshof finanziert, die für die weitere Gestaltung des Außengeländes auf Spenden angewiesen ist.
Zu den ersten Bewohnern gehören drei Jungen, die bisher im Wittekindshofer Wohnhaus an der Schleswigstraße wohnen. Die meisten anderen kommen direkt aus dem Elternhaus in Hamm und Umgebung. „Der Bedarf ist sehr hoch. Wir haben mehr Anfragen als Plätze. Trotzdem sind noch nicht alle Zimmer vergeben", berichtet Teamleiterin Monika Hubert. Sie weiß aus Erfahrung, wie schwer Eltern der Umzug ihres Kindes fällt. „Selbst wenn sie rational längst wissen, dass das Wohnhaus für alle Beteiligten viel Entlastung bringt, ist es eine schwere Entscheidung. Sie braucht Zeit und oft wird die Aufnahme deswegen noch einmal verschoben", so Monika Hubert, die schon bei der Aufnahme viel Wert darauf legt, dass Wohngemeinschaften entstehen, in denen sich die jungen Menschen wohl fühlen, Sicherheit und Geborgenheit erleben und sich möglichst optimal entwickeln können.
Baulich ist das zweigeschossige Wohnhaus so gestaltet, dass auch Appartements eingerichtet werden können. Aufgrund der bereits vorliegenden Aufnahmeanfragen und dem spezifischen Unterstützungsbedarf der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen sechs und 25 Jahren werden zunächst sechs Wohngruppen für jeweils vier Kinder eingerichtet. Eine Wohngruppe ist für Bewohnerinnen und Bewohner mit schwerer Mehrfachbehinderung reserviert, die auf einen Rollstuhl und umfassende Unterstützung in allen Lebensbereichen angewiesen sind. Zwei weitere Gruppen bilden den Heilpädagogischen Intensivbereich, ein Wohnangebot für junge Menschen, die aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens auf besondere räumliche Rahmenbedingungen und eine intensive pädagogische und psychologische Begleitung und Unterstützung im Alltag angewiesen sind. Die übrigen Wohngruppen sind nach Alter und Entwicklungsstand gegliedert.
In dem neuen Wohnhaus schafft der Wittekindshof rund 23 neue Arbeitsplätze, die voraussichtlich 26 Frauen und Männer in Voll- und Teilzeitstellen übernehmen werden. Drei erfahrene Mitarbeiter werden aus dem Wittekindshofer Wohnhaus in der Schleswigstraße in die Sulkshege wechseln. Weitere neue Mitarbeitende haben bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben. „Wir suchen vor allem noch männliche Fachkräfte mit einer Ausbildung als Erzieher, Heilpädagoge oder Heilerziehungspfleger. Da im Haus mehr Jungen als Mädchen wohnen werden, ist es wichtig, dass im Team genügend Männer mitarbeiten", erklärt Geschäftsbereichsleiter Klaus Daniel, der für die Wittekindshofer Angebote in Hamm und im Kreis Warendorf verantwortlich ist.