Direkt zum Hauptmenü, zum Inhalt.
Sie sind hier: Startseite › Presse und Materialien › Pressemitteilungen › Glück auf - der erste Neubau im Ruhrgebiet
Schlüsselübergabe: Architekt Dirk Stanczus (2.v.l.) und Bauleiter Diethelm Thielemann (4.v.li) überreichen den Schlüssel an Dirk Bente, Andrea Hammer (2.v.r.), Geschäftsbereichsleiterin Dorothee Blome (1.v.r.), Teamleiter Rene und Gordon Stief.
Herne/ Bad Oeynhausen (AM). Zentrale Lage, barrierefrei, 24 Einzelzimmer mit zugeordneten Sanitärbereichen für jeweils zwei Personen - das klingt vertraut, weil die Diakonische Stiftung Wittekindshof seit 2005 bereits acht solcher Wohnhäuser eröffnet hat, um im Rahmen der Regionalisierung heimatnahe Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Aber die Einweihung in Herne hat sich von den anderen Feiern deutlich unterschieden. Über 300 Gäste waren gekommen und zu Beginn zogen Männer mit Bergmannskittel, Häckel, Mütze, Wetterlampe und prachtvollen Fahnen ein, während der Posaunenchor des Kirchenkreises Herne „Glück auf, der Steiger kommt" spielte. Kein Zweifel: Der Wittekindshof ist im Ruhrgebiet angekommen. Das Haus am Emsring in Herne-Eichenforst ist der erste Wittekindshofer Neubau im Revier. Eltern und Angehörige sind glücklich und erleichtert, weil sie keine weiten Wege nach Ostwestfalen mehr fahren müssen, wo ihre Angehörigen teilweise jahrzehntelang gewohnt haben, weil es vor Ort keine passenden Wohnmöglichkeiten gab. Andere Familien sind froh, weil ihre Angehörigen in der Nähe bleiben konnten. „Eltern fällt es nicht leicht, ihre Kinder loszulassen, wenn sie ausziehen, aber die Nähe hier im Ruhrgebiet erleichtert es erheblich", erklärte Heidrun Wetterich Vorsitzende des Angehörigenbeirates Herne. Auch der Herner Oberbürgermeister Horst Schiereck lobte, dass durch die spezialisierten Wohnmöglichkeiten im Neubau, Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Herne und Umgebung ins Ruhrgebiet zurückkehren oder von Anfang an ein heimatnahes Wohnangebote nutzen könnten: „Das Leben in der Heimat im bekannten Umfeld ist von unschätzbarem Wert. Wenn dann noch durch das Wittekindshofer Kontakt- und Informationszentrum weitere Begegnungsmöglichkeiten sowie Freizeit- und Lernaktivitäten gefördert werden, ist das wohl die beste Voraussetzung für eine gelungene Gemeinschaft von Menschen mit Behinderung und ihren nicht behinderten Nachbarn hier in unserer Stadt."
„Die Menschen im Ruhrgebiet haben bekanntermaßen ‚das Herz auf dem rechten Fleck'. Sie wissen, dass das Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Menschen, von Starken und Schwachen das eigentliche Kriterium für eine humane Gesellschaft und eine Bereicherung für alle ist", hatte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow in ihrem schriftlichen Grußwort erklärt, das Geschäftsbereichsleiterin Dorothee Blome verlesenhat, weil die Behindertenbeauftragte kurzfristig aus terminlichen Gründen absagen musste. Zu spüren war davon auch bei der Einweihungsfeier etwas. Gekommen waren Vertreter aller großen Wohlfahrtsverbände, aus Politik, Verwaltung, den Kirchen und aus der Nachbarschaft. Als Nachbar Alfred Gruszka in Bergmannskittel in seinem Grußwort „von lieben neuen Nachbarn" sprach, strahlte Dirk Bente und sagte: „Ja, das sind wir!" Johanna Marquardt, Bezirksvorsteherin in Sodingen, lobte den Neubau als Beitrag zur Imagepflege des Ortsteils und hieß die neuen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit einem herzlichen „Glück Auf!" willkommen.
Für ein gutes Miteinander im Kirchenkreis Herne und eine Kooperation aller diakonischen Träger sprach sich Superintendent Reiner Rimkus aus. Auch der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke betonte, dass ein gutes Miteinander und Vertrauen verschiedener Sozialträger im Interessen der unterstützungsbedürftigen Menschen nötig sei, da sie neben dem Wohnangebot am Emsring, einen Arbeitsplatz, medizinische, therapeutische und viel andere Angebote benötigten, die der Wittekindshof nicht alle selbst vorhalten wird. Auf die erfolgreiche Kooperation mit den Werkstätten für Behinderte Herne/Castrop-Rauxel und die Gelsenkirchener Werkstätten für angepasste Arbeit verwies die Wittekindshofe Ressortleiterin Irene Stenzig. Dass diese Zusammenarbeit bereichernd sein kann, erlebten die Gäste der Einweihungsfeier, in die durch den Werkstattchor aus Gelsenkirchen viel Schwung und gute Laune kam.
Am Emsring konnte nach gut einjähriger Bauzeit im Herbst 2009 die Wohngruppe für Menschen mit Prader-Willi-Syndrom (PWS) einziehen, die aufgrund der großen Nachfrage bereits im Februar 2008 in einem Mietshaus in der Herner Innenstadt gegründet wurde. Aufgrund der neuen Grippe musste die Einweihung im November verschoben werden und konnte jetzt mit herrlichen Tulpen und blühenden Bäumen rund um den Neubau stattfinden. Trotz der 24 neuen Wohnmöglichkeiten in Herne, ist die Nachfrage weiter groß und die Warteliste lang, weswegen bereits ein zweiter Neubau in Planung ist.